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Nova mit Sternenhaar steuert den goldenen Mondexpress durch funkelnde Asteroiden im Weltall.

Nova und der Mondexpress

Begleite das mutige Sternenmädchen Nova auf eine bezaubernde Abenteuerreise durch die schimmernde Milchstraße. Entdecke in dieser Geschichte über Fahrzeuge und Selbstvertrauen, wie Nova das Steuer des Mondexpresses übernimmt und die Träume der Kinder rettet.

🚗Fahrzeuge💪Mut
9 Min. Lesezeit954 Wörter9+ Jahre

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Hoch oben, weit über den Wolken, die du beim Einschlafen siehst, liegt ein Ort, der so silbrig glänzt, dass man fast die Augen zusammenkneifen muss. Dort, in der Silberwolken-Station, lebte Nova. Nova war kein gewöhnliches Mädchen. Ihre Haare bestanden aus echten Sternbildern – wenn sie lachte, funkelte der Große Wagen über ihrer Stirn, und wenn sie nachdenklich war, leuchtete Kassiopeia in einem sanften Violett. Ihr Kleid war aus reinem Nachthimmel gewebt, und bei jedem ihrer Schritte gab es ein leises Kling-kling, als würden winzige Glöckchen an den Saum der Unendlichkeit schlagen.

Nova liebte den Mondexpress mehr als alles andere. Jede Nacht sah sie zu, wie die gewaltige, schwebende Lokomotive an der Station vorbeirauschte. Schuff-schuff-pschhhh! Der Express war ein Wunderwerk aus Messing, Sternenstaub und Träumen. Er beförderte die schläfrigen Passagiere von einem Ende der Milchstraße zum anderen und sorgte dafür, dass die Träume pünktlich in den Betten der Kinder auf der Erde ankamen. Während die anderen Sternenkinder nur aus der Ferne winkten, wollte Nova wissen, wie es drinnen aussah. Wie fühlte sich der Goldene Sternenstaub-Hebel an? Wonach roch der Maschinenraum? (Nach gebrannten Mandeln und frischem Regen, falls du es wissen willst.)

Eines Abends geschah es. Der Mondexpress kam angeflogen, doch statt des rhythmischen Gleitens hörte man ein beängstigendes Geräusch. Klonk-Ka-Boom! Funken, so hell wie Supernovas, sprühten aus den Rädern. Die Lokomotive erzitterte, stieß eine riesige Wolke aus lila Dampf aus und blieb mit einem letzten, kläglichen Quietoooootsch genau vor dem Großen Asteroidengürtel stehen. Stille. Totale, kosmische Stille.

Nova zögerte keine Sekunde. Mit einem mutigen Satz sprang sie von ihrer Wolke auf die Trittbretter des Zuges. Im Inneren herrschte Chaos. Die schläfrigen Passagiere – kleine Monde, verträumte Nebel und ein paar verirrte Sternschnuppen – murmelten aufgeregt durcheinander. Im Führerstand fand Nova den Schaffner, Barnaby den Kometen. Barnaby war alt, sehr alt, und hatte einen Schweif, der ein wenig fusselig aussah. Er krabbelte auf allen vieren über den Boden.

„Meine Brille! Meine Sternen-Brille ist weg!“, rief er verzweifelt. „Ohne sie sehe ich nicht einmal den Polarstern, geschweige denn den Weg durch die Tanzenden Asteroiden! Und schau dir das Herz der Maschine an, Nova! Es verblasst!“ Tatsächlich, das pulsierende Nebel-Herz im Zentrum des Motors leuchtete nur noch ganz schwach. Und draußen? Da passierte das Unfassbare. Die Asteroiden vor ihnen waren keine bloßen Felsbrocken. Sie hielten sich an den Händen (na ja, an ihren Kanten) und begannen einen wilden, unberechenbaren Walzer. Sie wirbelten im Takt einer lautlosen Musik durch das All und blockierten das gesamte Gleis. Wumm-da-da, Wumm-da-da!

Kannst du dir vorstellen, wie Novas Herz klopfte? Es hämmerte gegen ihre Rippen wie eine kleine Trommel. Sie sah auf Barnaby, der hilflos im Staub suchte, und dann auf die riesige Schalttafel vor ihr. „Ich mache das“, sagte sie mit einer Stimme, die viel fester klang, als sie sich fühlte. Ihre Knie zitterten ein bisschen, aber sie schob ihr Sternbild-Haar entschlossen aus dem Gesicht.

„Du?“, keuchte Barnaby. „Aber du bist nur ein Mädchen aus den Silberwolken!“

„Ich bin diejenige, die heute Nacht den Zug steuert“, erwiderte Nova. Sie legte ihre Hände auf das Steuerpult. Es fühlte sich warm an, fast wie ein lebendiges Wesen. Sie begriff sofort: Man konnte diesen Zug nicht mit Gewalt lenken. Man musste ihn spielen wie ein Musikinstrument. Nova schloss die Augen und lauschte. Da war er – der Rhythmus der tanzenden Steine. Eins, zwei, dreh dich. Eins, zwei, ausweichen.

„Festhalten!“, rief Nova. Sie packte den Goldenen Sternenstaub-Hebel. Pling! Mit einem kräftigen Ruck erwachte das Herz der Maschine zum Leben. Es leuchtete in einem strahlenden Goldgelb auf. Nova drückte auf eine Tastenfolge aus funkelnden Kristallen. Swish! Die schwere Lokomotive legte sich zur Seite. Ein riesiger Asteroid, so groß wie ein Haus, sauste nur Millimeter an den Fenstern vorbei.

„Pass auf, Nova! Links!“, schrie Barnaby.

Ein Walzer-Master-Asteroid schwang mit einer gewaltigen Pirouette auf sie zu. Nova wartete bis zur letzten Sekunde. Ihr Kleid leuchtete vor Aufregung so hell auf, dass das gesamte Cockpit in blaues Licht getaucht wurde. Saus! Sie vollführte einen perfekten „Slide“ nach rechts. Der Mondexpress glitt geschmeidig wie ein Schlittschuhläufer durch die Lücke.

„Hüpfen!“, rief sie sich selbst zu. Sie zog einen Regler nach oben, und die Lokomotive machte einen Satz über zwei kreiselnde Felsbrocken hinweg. Hopp-la! Es war ein Tanz. Ein Tanz zwischen Metall und Stein, zwischen Licht und Dunkelheit. Nova spürte, wie die Angst verschwand. An ihre Stelle trat ein kribbelndes Gefühl von Freiheit. Sie steuerte nicht nur einen Zug; sie war Teil der kosmischen Sinfonie geworden.

Mit einem letzten, triumphierenden Whoosh! schoss der Mondexpress aus dem Gürtel heraus auf das freie Feld der Milchstraße. Die Asteroiden schienen hinter ihnen fast respektvoll zu salutieren, während sie ihren Walzer fortsetzten. Die Strecke war frei. Das Licht der Lokomotive strahlte nun heller als jemals zuvor und beleuchtete den Weg bis hinunter zur Erde.

Pünktlich, genau auf die Sekunde, erreichte der Express die Endstation am Rande des Morgengrauens. Die Passagiere klatschten Beifall, und selbst Barnaby hatte seine Brille wiedergefunden (sie steckte in seinem buschigen Kometenschweif). Er trat zu Nova und verneigte sich tief. „Ich habe schon viele Piloten gesehen“, sagte er leise, „aber noch nie jemanden, der die Musik der Sterne so gut hören kann wie du.“

Nova lächelte. Sie wusste jetzt, dass Mut nicht bedeutet, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, das Steuer zu übernehmen, wenn das Lied der Welt am lautesten spielt. Von diesem Tag an war Nova nicht mehr nur ein Mädchen, das die Züge beobachtete. Sie wurde die erste Stern-Pilotin des Mondexpresses. Und immer, wenn du nachts ein leises Schuff-schuff am Himmel hörst und ein besonders helles Licht siehst, weißt du: Das ist Nova, die uns sicher durch die Nacht führt. Und so kam es, dass am nächsten Morgen die Sonne genau zur richtigen Zeit aufging, weil ein Mädchen mit Sternbildern im Haar sich getraut hatte, den Rhythmus des Universums zu spielen.

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