Ganz weit oben, wo die Bäume die Sterne kitzeln, liegt das Dorf Himmelsnest. Stell dir vor: Die Baumhäuser sind dort nicht nur aus Holz, sondern auch aus glänzendem Glas! Und wer wohnt dort? Das ist Raccoon. Raccoon ist ein kleiner, flauschiger Waschbär mit einer grünen Kapuze und einer Nase, die immerzu wackelt. Kennst du das, wenn du neugierig bist? Genau so wackelt seine Nase!
Raccoon hat etwas ganz Besonderes: einen magischen Stab aus alter Eiche. Wenn er damit den Boden berührt, macht es leise „Ping!“. Aber heute war es im Dorf viel zu leise. Seine Freunde Pip das Eichhörnchen und Luna die Eule saßen traurig auf einem Ast. Ihre fliegenden Fahrräder – die glitzernden Brumm-Bikes – bewegten sich keinen Millimeter. „Oje“, sagte Pip, „unsere Fahrräder schlafen. Wie sollen wir denn jetzt zu den Zuckerwatte-Wolken fliegen?“
Raccoon lächelte weise. Seine silbernen Schnurrbarthaare zuckten. Er wusste genau, was zu tun war. Er kletterte zu dem ersten Fahrrad. „Krrks-knacks!“ – das klang gar nicht gut. Raccoon nahm seinen leuchtenden Stab und tippte sanft gegen die Pedale. „Heile, weile, Brummel-Geist“, flüsterte er. Kannst du auch mal ganz leise pusten? Pffuuu... Und plötzlich: „Wusch!“ Das Fahrrad fing an zu leuchten!
Aber ein Fahrrad war besonders bockig. Es war das große blaue Rad von Luna. Es machte nur „Klopf-klopf-klonk“. Raccoon merkte, dass Schrauben allein nicht reichten. Er brauchte den „Herz-Funken“. Er schloss seine bernsteingelben Augen und hielt seinen Stab ganz fest. Er dachte an das gemeinsame Lachen und an den Wind in den Ohren. Der Stab fing an, warm und golden zu strahlen. Raccoon tippte das Fahrrad an – „Zing-Brumm!“ – und die Flügel des Rades flatterten so schnell wie die Flügel eines Kolibris.
„Schaut mal!“, rief Raccoon. „Sie leuchten wieder!“ Alle Freunde sprangen auf ihre Sättel. „Brumm-brumm-piff!“, machten die Motoren. Raccoon schwang sich auf sein eigenes Rad, sein geringelter Schwanz wippte vor Freude hin und her. „Alle zusammen!“, rief er. Und dann – schuuuuppps! – schossen sie wie kleine Sternschnuppen nach oben, immer höher, weg von den Bäumen und direkt hinein in die weichen, weißen Wolken.
Oben in den Wolken fühlte es sich an, als würde man auf Federn reiten. Die Freunde lachten und drehten Loopings. Raccoon sah seine Freunde an und war glücklich. Er hatte verstanden, dass sein Zauberstab toll war, aber seine Hilfe für die Freunde noch viel schöner. Als die Sonne unterging und die Sterne wie kleine Lichterketten am Himmel hingen, flogen sie langsam zurück nach Hause. Die Fahrräder leuchteten im Dunkeln wie Glühwürmchen. Und so legte sich der kleine Raccoon in sein weiches Moosbett, schloss die Augen und träumte schon vom nächsten Brummel-Abenteuer. Und das ist gut so, genau so, wie es ist.