Es war einmal, ganz tief im verborgenen Tal des Zwergenlandes, ein schöner, kleiner Ort. Dort wohnten winzige Zwerge, die sehr fleißig waren. Aber wisst ihr was? Die Zwerge waren auch ein bisschen zu ernst. Sie saßen den ganzen Tag in der Schule und zählten Steinchen. Eins, zwei, drei ... gähn! Das war ein bisschen langweilig, oder?
Doch eines Morgens passierte etwas Wundervolles. Ein sanfter Riese mit vier Pfoten und einem Fell so weich wie eine Regenwolke trabte in den Schulhof. Das war Trixi! Trixi war eine Berner Sennenhündin mit einem schneeweißen Stern auf der Brust und einem Glöckchen am Hals, das bei jedem Schritt leise machte: Kling-klang, kling-klang! Trixi sollte die neue Sportlehrerin werden. Mit ihren großen, braunen Augen schaute sie die Zwerge an und gab ihnen einen dicken Hundekuss. Schmatz!
„Heute machen wir Sport!“, bellte Trixi fröhlich. „Und wir springen über Regenbögen!“ Aber die Zwerge schüttelten die Köpfe. Der kleine Brumli, der griesgrämigste von allen, sagte: „Das geht nicht, Trixi! Unsere Beine sind zu kurz und wir haben Angst zu stolpern.“ Die Zwerge standen ganz steif da, wie kleine Statuen. Oh weh!
Trixi wusste genau, was zu tun war. Sie sagte: „Zuerst müssen wir zappeln!“ Kannst du auch zappeln? Trixi wackelte mit ihrem Popo, von links nach rechts, Wackel-waff, wackel-waff! Die Zwerge fingen an zu kichern. Dann schnupperte sie in der Luft, als gäbe es dort oben unsichtbare Würstchen. Schnuff-schnuff! Da konnte selbst Brumli nicht mehr ernst bleiben. Er lachte so sehr, dass sein ganzer Bart wackelte.
Plötzlich erschienen am Himmel bunte Regenbögen – rosa, blau und gelb! Aber oje, die Farben wurden blasser. „Schnell!“, rief Trixi. „Regenbögen brauchen Freude, damit sie leuchten!“ Trixi zeigte ihnen ihren Super-Wackler. Sie sauste los, ihre weichen Pfoten machten Patsch-patsch-patsch auf dem Gras. Mit einem riesigen Satz sprang sie hoch: „Hoppla!“ Ihr Schwanz wedelte wie eine bunte Fahne im Wind.
Nun trauten sich auch die Zwerge. Einer nach dem anderen lief los. Tippel-tappel, tippel-tappel. Und dann: Hüpf! Sie flogen über die bunten Bögen wie kleine bunte Bälle. „Hu-ra!“ Wenn ein kleiner Zwerg mal ein bisschen zu kurz sprang, fing Trixi ihn ganz sanft auf ihrem kuscheligen Rücken auf. Das fühlte sich an wie ein Bett aus weichem Samt.
Als die Sonne unterging, waren alle Zwerge müde, aber sehr froh. Die Regenbögen leuchteten heller als je zuvor. Alle kuschelten sich an Trixis warmes Fell. Brumli war fast eingeschlafen und murmelte: „Morgen wieder springen, Trixi?“ Trixi gab ein zufriedenes Wuff von sich und ihr Glöckchen machte ganz leise Bim. Und so kam es, dass im Zwergenland niemand mehr nur Steinchen zählte, sondern alle lieber mit dem Popo wackelten und vor Glück in den Himmel sprangen. Und das war genau richtig so.